In den Dreißigerjahren hatte der Segler, Bootsbauer und Publizist Uffa Fox aus Cowes/Isle of Wight auf die Vorzüge des Schärenkreuzers aufmerksam gemacht. Nach dem Krieg demonstrierte der Brite H.G. „Blondie“ Hasler mit kühnen Törns seines Schärenkreuzers Tre Sang in der Irischen See erneut die Qualitäten des sogenannten Leichtdeplacements.

Swede 55 Vorläufer Siska

Die Erfolge der größeren Fidelis und Siska in australischen Gewässern hatten die Vorteile des schnittig schlanken, langen und leichten Bootstyps gezeigt, der mit weniger Segelfläche besser als die herkömmlich breite und schwere Yacht voran kommt. Dieses Rezept wurde mit Swede 55 in eine zeitgemäß moderne Bauweise, unter anderem einem Balsa-Sandwichdeck, übertragen.

Wie der Entwurf vom Januar 1975 zeigt, war Swede 55 wie die 75er Schäre Bacchant von Knud Reimers zunächst als Langkieler gedacht. Das am Kiel hängende Ruderblatt war bei klassischen Booten üblich und gemäß schwedischem Reglement für den Schärenkreuzer auch vorgeschrieben.

Die zweite Zeichnung zeigt mit rot skizzierten Änderungen den Schritt zur modernen Kiel- und Ruderkonfiguration, wie er bis Sommer 1975 – unterstützt von Stockholmer Spezialisten Prof. Sven Olof Ridder – mit speziellen NACA-Profilen ausgeführt wurde.

Änderung vom Lang- zum modernen Flossenkieler mit separatem Ruder

Die Teilung von Kiel und Ruder bietet Kursstabilität und zugleich Wendigkeit auf See und beim Manövrieren im engen Hafen. Ruderausschläge werden dosiert und prompt umgesetzt. Der große Abstand beider Flächen bietet sensiblen Steuergenuß. Das achtern freistehende, Skeg-lose Ruderblatt galt damals als Wagnis, ebenso die einmastige Takelage mit zwei etwas größeren Tüchern. Heute selbstverständliche Helfer wie die selbstholende Winsch waren damals noch nicht üblich.

Zu den weiteren Änderungen (Plicht, Steuerstand, Motorraum, weiter vorne angeordnetes Vorstag) gehörte auch die Verlängerung des Rumpfes von 15,72 auf 16 m. Die dritte Zeichnung zeigt die damals ebenfalls vorgesehene, aber verworfene Takelung als Zweimaster.

Swede 55 Temptress beim Start am 4. Juli 1982

Der Erfolg des kalifornischen Swede 55-Seglers Jim Walton mit Temptress bei der San Francisco-Hawaii Regatta 1982 führte zur Entwicklung der Super Swede 53 (16,30 x 3,70 x 2,43 m, 12 t, 6,5 t Ballast, 120 qm am Wind) nach Plänen von Peter Norlin. Es blieb bei einem, in Tunesien gebauten Prototypen, der über einen schwedischen Eigner nach Deutschland gelangte.

Weitere Informationen

Folgende Zeitschriften- und Zeitungsartikel, Broschüren oder Bücher informieren über Swede 55 als Weiterentwicklung des klassischen Schärenkreuzers. Hier finden Sie mehr über den Konstrukteur, Swede 55-Vorläufer, namhafte Boote, Schärenkreuzerflotten und Seglerpersönlichkeiten.

Swede 55 als Ketsch

Swede 55 als Ketsch

Swede 55
Broschüre Swede 55 Projekt (englisch)
Broschüre Swede 55 Fisksätra Werft (deutsch)
Artikel in Nautical Quarterly Heft 6, 1979 (englisch)
Bootstest in Seilas 4/1979 (norwegisch)
Temptress Wins 2,126 Mile Race to Kauai/Hawaii Sail Magazine Oct 1982 (englisch)
Vortex, a Swede 55 reinterpreted in wood, Wooden Boat 100 May/June 1991 (englisch)

Knud Reimers
Variation der schönen Linie, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (deutsch)
Knud H. Reimers, Klassiker! 2/15 (deutsch)

Schärenkreuzer allgemein
Schären mit Geschichte, Yacht 14/92 (deutsch)
The Square-Metres, Wooden Boat 114, Sept/Okt. 93 (englisch)
Die rasenden Zahnstocher, Nordis Magazin 4/95 (deutsch)

Schärenkreuzerflotten
Australien: An outstanding class, Australian Yachting May 1992 (englisch)
Plattensee: Die Schären vom Balaton, Yacht 21/02 (deutsch)
Bodensee: Schöner Segeln, Magazin Bodenseewoche Juni/09 (deutsch)
30er Szene Bodensee: Schönheiten, die übers Wasser schweben, Handelsblatt/Sailaffairs März 07 (deutsch)
Fehmarn/Ostsee: Schlank & Rank, Spitzentreffen Yacht 2009 (deutsch)
100 Jahre Schärenkreuzer 1908 – 2008, Länge läuft, Segeln einer 15er und 150er Schäre, Yacht Classic 1/08 (deutsch)
Die reine Lehre, Ursprung und Entwicklung der Schärenkreuzer, Yacht Classic 1/08 (deutsch)

Bootsporträts

Super Swede 53 von Anfang der Achtzigerjahre

25 m Yawl Agneta: En anspråkslos dam, Segling 8/96 (schwedisch)
Agneta: Die Passion des Avocato, Yachting & Style 4/07 (deutsch)
75er Bacchant: Tropenholz- Torpedo 75er Schäre Bacchant, Yacht 12/99 (deutsch)
30er Tre Sang: Eine Frage der Schäre, Yacht 20/01 (deutsch)
40er Argo & Hagen: Der ganz normale Wahnsinn, Yacht 11/08 (deutsch)
40er Neubau Aphrodite: Die falsche und die richtige Art des Wartens, FAS 16/10 (deutsch)
75er Schäre Nemere II: Schönheit für den Plattensee, Boote Exclusiv 3/03 (deutsch)
30er Schäre Rumbleseat, Gewinnerin des Transpac Race 1996 Classic Boat Heft 111, September 97 (englisch)

Schärenkreuzersegler

Segelplan der Super Swede 53

Uffa Fox, Genie im Gleitzustand, FAS 50/08 (deutsch)
Horst Janson, Der Schwarm des Schwarms, Yacht 1/03 (deutsch)
Georg Milz, Schären im Kopf, Yacht 4/07 (deutsch)
Holzbootliebhaber oder das Schweigen der Planken FAS 45/09 (deutsch)

Bücher
• Uffa Fox: Sailing, Seamanship & Yacht-Construction (1934), Second Book (1935), Sail & Power (1936), Racing, Cruising & Design (1937), Thoughts on Yachts & Yachting (1938), teilweise neu aufgelegt, antiquarisch zu bekommen
• Per Thelander: Alla våra Skärgårdskryssare, Svenska Skärgårdskryssareförbundet (SSKF), Stockholm 1991, 160 Seiten schwedisch, u. U. antiquarisch, ISBN 91-970902-1-2
• Per Thelander, Maria Thorsell: Jakt på‚ kryss. 25 år med Svenska Skärgårdskryssareförbundet, Stockholm 1997, 212 Seiten schwedisch, ISSN: 0282-4892
• Lars Nordlund: The world of Squaremetres. The Square Metre Rule – 100 years. Facts, history and reports from all over the globe. SSKF, Stockholm 2008, 319 Seiten, im Buchhandel oder Internet zu bestellen, ISBN 978-91-633-3069-8
• Roland Perry: Sailing to the moon. The Biography of Rolly Tasker, Australia’s Greatest All-Round Yachtsman. Pennon Publishing, Melbourne 2008, 384 Seiten. ISBN 9781920997069
Internationale Vereinigung der 30 qm Schärenkreuzer-Klasse e.V.: Schärenkreuzer im Herzen Europas. Geschichte und Geschichten der Schärenkreuzer in Bayern, am Bodensee und in der Schweiz. Konstanz 2010, 320 Seiten, 48 Euro, im Buchhandel oder Internet zu bestellen. ISBN: 978-3-7977-0559-4

Diese Informationen wurden seit 1979 zusammengetragen, teils selbst recherchiert und geschrieben.