Die Knud Reimers Konstruktion Udell 22, eine 22er Schärenkreuzer Einheitsklassse, in den USA

Schärenkreuzer Einheitsklasse Udell 22

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Der Schärenkreuzer wird seit 1908 in verschiedenen Klassen von 15 bis 150 m2 gesegelt. Bald wurde er für den Segelspaß und seine Eleganz über Schweden hinaus geschätzt, war er den Zwanzigern im Deutschen Reich, in den Dreißigern in England und an der Ostküste Amerikas bekannt. Dank seiner internationalen Kontakte erhielt Knud Reimers 1953 einen Auftrag aus Chicago zum Entwurf eines 22er Schärenkreuzers für den Michigansee. Daraus wurde eine im örtlichen Chicago Yacht Club beheimatete Flotte von elf Booten.

Udell 22 als kurze 22er Schärenkreuzer-Variante

Merkmal des klassischen Schärenkreuzers ist bekanntlich seine außerordentliche Länge. Zugunsten der maximalen Rumpfgeschwindigkeit wurden die Spielräume der Konstruktionsklasse mit langen, schlanken Rümpfen, filigranen Linien und langen Überhängen genutzt. Zum Erstaunen der Segler am Michigansee nun entwarf Reimers mit dem Udell in den Fünfzigern einen vergleichsweise kurzen und etwas hochbordigeren 22er Schärenkreuzer für das Gewässer mit kurzer und steiler Welle. Zunächst hieß es, Reimers würde nicht zuhören. Bald wurde sein Konzept verstanden.

Eckdaten der Udell 22 Klasse

Länge über Alles11,05 m
Länge Wasserlinie8,31 m
Rumpfgeschwindigkeit7 kn
Breite1,96 m
Verdrängung2.087 kg
Ballast1.089 kg
Ballastanteil52 %
Tiefgang1,37 m
Nominelle, vermessene Segelfläche laut Schärenkreuzer Regel21.83 m2

Die Kungsörs Båtvarv in Schweden baute zunächst sieben Boote aus Mahagoniplanken über Eichenspanten und lieferte sie in die Staaten. 1967 folgten vermutlich vier Boote aus dem damals noch neuen glasfaserverstärkten Kunststoff, gebaut von Creekmore Boats in Florida. Das war die Flotte der 22 m2 Einheits Schärenkreuzerklasse namens Udell.

Knud Reimers Zeichnung der Schärenkreuzer Einheitsklasse vom Typ Udell 22
Knud Reimers Pläne der Schärenkreuzer Einheitsklasse Udell 22 © CC BY-SA 4.0 Sjöhistoriska Museet

Über das Kuriosum dieser kleinen, am Michigansee beheimateten und über Jahrzehnte beharrlich gesegelten Flotte hinaus ist bemerkenswert, dass das Boot zum Vorläufer des modernen Touren Schärenkreuzers wurde. Bereich wenige Jahre später entwarf Knud Reimers mit dem S30 ein etwas längeres, breiteres und wohnlicheres Modell zum familien- und tourentauglichen Segeln mit sportlich schlanken Booten. Dem S30 folgte 1975 Swede 55 und Anfang der Achtziger der Jubilee S40 und zahlreiche Entwürfe anderer Konstrukteure.

Reimers-drawing 1967 for glass fibre construction of the 22 sqm Udell Onedesign for the Great Lakes
Die Pläne von 1967 für die Gfk-Einheits Schärenkreuzer Klasse Udell 22 © CC BY-SA 4.0 Sjöhistoriska Museet
Der Knud Reimers Entwurf des 22 qm Einheits Schärenkreuzers Udell The Knud Reimers  namens Windjack auf dem Titel der Vereinzeitschrift  Chicago Yacht Club Magazine, November 1959
Udell 22 Windjack auf dem Titel des Chicago Yacht Club Magazins von November 1959 – Chicago Yacht Club Archive

Der Chicago Yacht Club berichtet von 15 alljährlich ausgesegelten Meisterschaften der Udell 22 Klasse. Die Boote hießen Auf Wiedersehen, Eclipse, Focus, Grail, Kona, Krista, Ondine, Skipjack, Valkyrie, Vinst, and Windjack. Below is an attempt to document the fleet. Identified sail numbers are marked bold.

Udell 22 Bootsregister

Baujahr / SegelnummerRumpffarbeName(n)LiegeplatzBemerkungen
1961 U 4Solutionaus Holz von Kungsörs Varv gebaut
1961 (S 333), U 5 K 2Grün, HellblauGladies (1961–64), Valkyrie (1964–2002), Patriot (2002), ValkyrieChicago, jetzt Plymouth, Englandaus Holz von Kungsörs Varv gebaut
U 5Chicago, jetzt in Swedenaus Holz von Kungsörs Varv gebaut
1964 U 6SkipjackChicagoaus Holz von Kungsörs Varv gebaut
U 7WindjackChicagoaus Holz von Kungsörs Varv gebaut
1964OndineChicago
U 9GrailRochester, Ontario See
1967 U 10medium blueBelmont Harbour des Chicago Yacht Club, jetzt Pewaukee bei Milwaukee, WisconsinGfk-Boot von Creekmore Boats gebaut

Die Udell 22 ist eine von mehreren Schärenkreuzer Einheitsklassen mit dem Ziel, ein preiswert zu fertigendes Serienboot zu schaffen, das den Bestimmungen der Schärenkreuzer Regel entspricht, oder Tourenversionen, wie sie in Anlehnung an den klassischen Schärenkreuzer seit den Siebzigern entstanden.

  • die Nordische 22 m2 Klasse seit 1922
  • mehrere Mälarboot Typen mit 15, 22, 25, and 30 m2 seit 1930
  • der 15 m2 Neptun Kreuzer seit 1938
  • der 30 m2 Bijou-Typ für den Bodensee seit 1967
  • verschiedene Tourenversionen seit den Siebzigern
Udell 22 Quellen
  • Dieser Artikel basiert auf dem vorzüglichen Buch The World of Square Metres. The Square Metre Rule – 100 years. Facts, History, and Reports from all over the Globe. Svenska Skärgårdskryssareförbundet (SSKF), Stockholm 2008, ISBN 978-91-633-3069-8 (English): ↑ Seiten xy ff
  • Website Chicago Yacht Club: ↑ Archiv der Vereinszeitschrift Blinker Magazin
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Foto oben von Robert Christie: Der 1967 gebaute Kunststoff Schärenkreuzer Udell 22. 12. März 2026 veröffentlicht, 15. März 2026 aktualisiert. Abonnieren Sie den → kostenlosen Newsletter und Sie verpassen keine neuen Artikel.

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